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Arthrose beim Hund: Ist Harpagophytum wirksam? Studien, Grenzen und Vorsichtsmaßnahmen sowie bewährte Alternativen wie Omega-3, Gewichtskontrolle und Bewegung für mehr Lebensqualität.
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Natürliche ZutatenArthrose ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen bei Hunden. Angesichts dieses Problems suchen viele Besitzer nach natürlichen Alternativen, um ihren Begleiter zu entlasten.
Unter den natürlichen Alternativen wird Harpagophytum procumbens, besser bekannt als Teufelskralle, häufig als Pflanze mit entzündungshemmenden Eigenschaften vorgestellt. Doch was sagen wissenschaftliche Studien tatsächlich, und vor allem: Ist es bei Hunden wirksam?
Harpagophytum procumbens, besser bekannt als Teufelskralle, ist eine kriechende mehrjährige Pflanze, die in trockenen Regionen des südlichen Afrikas heimisch ist, hauptsächlich in der Kalahari-Wüste, Namibia und Botswana. Ihren Spitznamen verdankt sie den charakteristischen Haken ihrer Früchte, die sich an den Beinen von Tieren festklammern können, die sie in der Natur verbreiten.
In der Pflanzenheilkunde wird vor allem die knollige Sekundärwurzel verwendet. Sie enthält eine hohe Konzentration an Wirkstoffen, insbesondere Harpagoside – natürliche Moleküle aus der Familie der Iridoide. Diese erklären weitgehend die entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung der Pflanze.

Historisch gesehen verwendeten die indigenen San- und Khoikhoi-Bevölkerungen im südlichen Afrika Harpagophytum zur Linderung von Fieber, Verdauungsstörungen, Gelenkschmerzen und sogar bestimmten Wunden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Pflanze von deutschen Siedlern nach Europa eingeführt, wo sie aufgrund ihrer Wirkung gegen rheumatische Schmerzen schnell das Interesse der Naturheilkunde weckte. Ihre Verwendung verbreitete sich in den 1970er- und 1980er-Jahren so stark, dass Harpagophytum zu einer wurde. Heute ist die Ernte streng reguliert, um die natürliche Ressource zu schonen.
Harpagophytum ist als Kapsel, Tablette, Pulver oder Flüssigextrakt erhältlich und wird sowohl in der Humanmedizin als auch in der veterinärmedizinischen Pflanzenheilkunde eingesetzt.
Diese lange Anwendungstradition, gepaart mit seiner Integration in die moderne Medizin, erklärt, warum Harpagophytum oft als natürliche Alternative zur Linderung von Arthrose bei Hunden vorgeschlagen wird.
Die Wurzeln von Harpagophytum enthalten mehrere natürliche Moleküle, die seine entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung erklären. Unter ihnen spielen Iridoidglykoside – und insbesondere Harpagosid – eine große Rolle. Hinzu kommen Flavonoide (Antioxidantien), Phytosterole (mild entzündungshemmend) und Phenolsäuren (beruhigend).
Diese Verbindungen wirken zusammen, um Entzündungen zu hemmen und Schmerzen zu lindern. Dabei:
Im Labor wurde gezeigt, dass Harpagosid die Freisetzung von Entzündungsmolekülen wie Stickoxid und TNF-α reduziert, was eine direkte Wirkung zur Beruhigung der Entzündungsreaktion bestätigt (Jang u. a., 2003).
An Zellen durchgeführte Studien zeigen, dass Harpagophytum auf mehreren Ebenen wirkt. Seine standardisierten Extrakte reduzieren die Produktion von Entzündungsproteinen, Prostaglandinen und COX-2.
Ein alkoholbasierter Harpagophytum-Extrakt (60 %) reduzierte die Produktion dieser Substanzen und verlangsamte gleichzeitig die Aktivität eines Entzündungs-„Schalters“ namens AP-1, ohne einen anderen wichtigen Regulierungsweg, NF-κB, zu beeinflussen.
Gereinigtes Harpagosid wiederum blockiert die für Entzündungen verantwortliche Kettenreaktion und begrenzt die Bildung von Molekülen, die an Schmerzen und Steifheit beteiligt sind (Huang u. a., 2006).
Diese Arbeiten bestätigen, dass die Pflanze gleichzeitig an mehreren Mechanismen ansetzt, um entzündetes Gewebe zu beruhigen.
Beim Menschen sind die Beweise stärker. Mehrere klinische Studien haben gezeigt:
Eine randomisierte Studie zeigte, dass 600 mg Harpagophytum-Extrakt pro Tag bei Osteoarthritis-Patienten die Schmerzen linderten und die Beweglichkeit verbesserten (Chrubasik u. a., 1999).
Eine Metaanalyse bestätigt eine höhere Wirksamkeit als Placebo, wobei diese je nach Qualität des Extrakts und verwendeter Dosis variiert (Brien u. a., 2006).
Bisher wurde in keiner veröffentlichten klinischen Studie die Wirksamkeit von Harpagophytum bei Hunden mit Arthrose untersucht. Einige Rückmeldungen deuten auf eine Verbesserung der Beweglichkeit hin, doch diese Beobachtungen bleiben empirisch und reichen für wissenschaftliche Schlussfolgerungen nicht aus.
Zusammenfassend belegen die Daten eine plausible Wirksamkeit beim Menschen; bei Hunden ist Harpagophytum jedoch noch unzureichend untersucht.
Harpagophytum muss daher als ergänzende Unterstützung betrachtet werden, die unter tierärztlicher Aufsicht in die Gesamtversorgung integriert werden muss.
Trotz seines Rufs als „sanfte“ Pflanze und seiner alten Verwendung ist Harpagophytum kein Wundermittel und seine Verwendung bei Hunden muss mit Vorsicht betrachtet werden.
Harpagophytum wird im Allgemeinen gut vertragen. Bei manchen Hunden kann es jedoch zu Verdauungsbeschwerden (Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit), mäßigem Blutdruckabfall oder Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten (entzündungshemmende Mittel, Antikoagulanzien) kommen.
Die Verwendung wird nicht empfohlen:
Harpagophytum sollte nicht zur längeren Selbstmedikation verabreicht werden. Der Einsatz erfolgt idealerweise im Rahmen der Gesamtpflege (angepasste Ernährung, Gewichtsmanagement, wissenschaftlich validierte Nahrungsergänzungsmittel, Physiotherapie) und unter tierärztlicher Beratung.
Auch wenn Harpagophytum eine natürliche Unterstützung bieten kann, sollte es nicht als einzige Maßnahme gegen Arthrose beim Hund betrachtet werden. Der wirksamste Ansatz bleibt multifaktoriell.
Die Fettsäuren EPA und DHA aus Meeresquellen wie Grünlippmuschelöl oder Algenöl reduzieren nachweislich Gelenkentzündungen und verbessern die Beweglichkeit bei Hunden. Im Gegensatz zu Harpagophytum ist die Wirksamkeit von EPA und DHA durch zahlreiche veterinärmedizinische klinische Studien dokumentiert.
Ein übergewichtiger Hund übt zusätzlichen mechanischen Druck auf seine Gelenke aus, was die Schmerzen verschlimmert und das Fortschreiten der Arthrose beschleunigt. Gewichtsverlust ist häufig die erste tierärztliche Empfehlung, um den Gelenkkomfort zu verbessern.
Entgegen der landläufigen Meinung sollte ein Hund mit Arthrose nicht unbeweglich bleiben. Sanfte, regelmäßige Bewegung erhält die Muskelmasse und beugt Gelenksteifheit vor.
Über Futter und Nahrungsergänzungsmittel hinaus spielt die Umgebung des Hundes eine Schlüsselrolle für sein Gelenkwohl. Ein paar einfache Maßnahmen können einen Unterschied machen:
Harpagophytum ist eine Pflanze, die seit Jahrhunderten zur Linderung von Gelenkschmerzen eingesetzt wird. Ihre Wirkstoffe, insbesondere Harpagosid, verfügen über entzündungshemmende Mechanismen, die im Labor nachgewiesen und teilweise beim Menschen bestätigt wurden. Bei Hunden hingegen fehlen noch klinische Belege.
Harpagophytum kann ergänzend und unter tierärztlicher Aufsicht ausprobiert werden, ersetzt aber nicht die bewährten Ansätze: Omega-3, Gewichtskontrolle, sanfte Übungen, Physiotherapie.
Dieser Artikel wurde vom F&E-Team des Sensilia-Labors verfasst, das auf Tierernährung spezialisiert ist.